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Der bilinguale Unterricht wird am Gymnasium Georgianum als bilingualer deutsch-englischer Bildungsgang realisiert, der modular (Module im Fach Biologie) ergänzt wird. Das heißt, dass es eine kontinuierliche bilinguale Laufbahn gibt, die die Schülerinnen und Schüler von der Jahrgangsstufe  5 bis hin zum bilingualen Abitur führt.

Die bilinguale Fachschaft, die sich mit großem Engagement um die Verwirklichung des bilingualen Lehrens und Lernens kümmert, wird gebildet von den Kolleginnen und Kollegen, die die Fächer Erdkunde (Herr Berger, Herr Lammers, Herr Küfer), Politik/SoWi (Frau Simontschuk, Frau Hilfert-Wunderlich), Geschichte (Herr Küfer, Herr Frenker) und Biologie (Frau Benninghaus, Frau Keßler) bilingual unterrichten.

Wie sieht der bilinguale Unterricht in den einzelnen Fächer aus? Im Folgenden werden die bilingual unterrichteten Sachfächer im Einzelnen kurz vorgestellt.

 

Im Fach Erdkunde bilingual gelten genau wie im deutschen Erdkunde-unterricht der Kernlehrplan (Sekundarstufe I) und der Lehrplan für die Sekundarstufe II als Richtlinien. Im bilingualen Unterricht werden weitere Kompetenzen schwerpunktmäßig gefördert. Das sind insbesondere die bilinguale Sprach-kompetenz und die interkulturelle Kompetenz. Zur Förderung sämtlicher Bereiche werden Materialien, Medien und Arbeitsweisen eingesetzt, die insbesondere auf das bilinguale Lernen und Lehren zugeschnitten sind (originale Lehrwerke; Lehrwerke für den bilingualen Erdkundeunterricht aus deutschen Verlagen; deutsche und englische Atlanten; deutsche und englische Filme; Förderung der sprachlichen Darstellungs-leistung). Auch werden natürlich deutsche Materialien verwendet, die dann in englischer Sprache ausgewertet werden (b-lingualer Unterricht).

Die Schülerinnen und Schüler treten nach dem zweijährigen erweiterten Englischunterricht in der Jahrgangsstufe 7 zum ersten Mal in Kontakt mit dem bilingualen Sachfachunterricht. Inhaltlich wandern die Schülerinnen und Schüler durch die verschiedenen Vegetations- und Klimazonen der Erde und untersuchen, wie der Mensch in diesen Regionen lebt und wirtschaftet (tropical rainforest, desert, savanna, polar zone; the earth in space, night and day; global grid etc.). Herr Berger und Herr Lammers legen großen Wert auf die Förderung der mündlichen Ausdrucks- und Darstellungsleistung. So werden bereits in der Jgst. 7 erste Vorträge auf englisch vor der ganzen Klasse gehalten, die in Pro-jekten in Kleingruppen vorbereitet wurden (Vorträge für die Öffentllichkeit zumeist beim Grundschultag Ende November; siehe Bild links).

In der Jgst. 8 werden die Kompe-tenzen erweitert. Es geht hier insbesondere um außereuropäische Länder und um die Frage, warum einige der Länder weiter entwickelt sind als andere (development and under-development; measuring development; demo-graphic problems; economic development etc.).

Die Jgst. 9 konzentriert sich auf den europäischen Raum. Schwerpunkte liegen hier auf der Europäischen Union und ihren Mitgliedsstaaten. Außerdem geht es um europäische growth/core regions und problem/peripheral regions (Italy – north and south divided?! etc.).

In der Jgst. EF stehen u.a. die Themen The Earth’s Ecosystems – Natural Preconditions and Human Impact, Agriculture in an Arid Area und Lignite Mining in the Rhenish Area im Zentrum. Die Schülerinnen und Schükler nehmen an einer englischsprachigen Schülerexkursion in das Rheinische Braunkohlenrevier teil. So wird auch hier das wissenschaftspropädeutische Lernen gefördert mit besonderem Schwerpunkt auf die Förderung der bilingualen Sprachkompetenz.

In den Jgst. Q1 und Q2 werden die Schüler auf die Anforderungen der bilingualen Abitrurprüfung vorbereitet. Hier erwerben die Schüler alle notwendigen fachlichen und überfachlichen Kompetenzen dafür (insbesondere mit dem Ziel „mündliche Abiturprüfung“). Folgende Themen werden zentral behandelt: Development and Underdevelopment; Problems of the Urban World (Urbanisation); Problems in the Industrialised and Globalised World, Regional Inequalities.

Seit 2005 haben in jedem Jahr viele Schülerinnen und Schüler zumeist sehr erfolgreich und beeindruckend ihr bilinguales Abitur am Gymnasium Georgianum abgelegt. Einige Rückmeldungen ehemaliger Absolventen finden Sie auf unserer homepage.

 

Das Fach Politik/SoWi bilingual wird unterrichtet von der Jgst. 8 an, nachdem es bereits in der Jgst. 6 auf deutsch unterrichtet wurde. Es hat also bereits eine grundlegende Kompetenzanbahnung in diesem z.T. komplexen Fach in deutscher Sprache gegeben, worauf der bilinguale Unterricht nun bauen kann.

Das Fach bildet einen wichtigen Bestandteil der bilingualen Laufbahn, da es auch in der Einführungsphase der Sekundarstufe II unterrichtet wird. Ein weiteres bilinguales Sachfach in der Sekundarstufe II, neben dem Fach Erdkunde bilingual, wird empfohlen für die bilinguale Laufbahn bis hin zum Abitur. Das Fach SoWi bilingual kann auch die Pflichtbelegung in der Q1/Q2 abdecken (mindestens 2 Halbjahre SoWi in der Qualifikationsphase).

 

Herr Frenker und Herr Küfer unterrichten das Fach Geschichte bilingual, welches den dritten Bestandteil im bilingualen Fächerkanon am Gymnasium Vreden bildet. Es wird ab der Jgst. 9 bilingual unterrichtet. Das Fach kann ebenfalls, wie das Fach Politik/SoWi, auf eine Kompetenzanbahnung in den Jgst. zuvor bauen.

 

Warum Biologie bilingual?

Das Fach Biologie bietet sich in besondere Weise für den bilingualen (deutsch-englischen) Sachfachunterricht an. Dafür gibt es viele gute Gründe:

  • Englisch ist die vorherrschende Wissenschaftssprache in der Biologie wie auch in den anderen Naturwissenschaften. Wer aktuell diskutierte Inhalte aufgreifen will, muss häufig auf englischsprachige Veröffentlichungen zurückgreifen (z.B. in Nature, Science). Zudem werden viele englische Termini unverändert in die deutsche (Alltags-)Sprache übernommen (z.B. im Bereich Molekulargenetik). Es bietet sich daher an, bereits in der Sekundarstufe I berufs- und studienvorbereitend die Kommunikation in der englischen Sprache zu trainieren.
  • Die sprachlichen Schwierigkeiten, die sich bei der Behandlung biologischer Themen im Unterricht stellen, sind gering da die meisten Fachbegriffe aufgrund ihres lateinischen oder griechischen Wortstammes international sind.
  • Die in englischen Lehrwerken verwendete Sprache ist in der Regel sehr kommunikationsorientiert und daher auch für Schüler gut verständlich.
  • Der bilinguale Unterricht auch in Biologie kann also interkulturelle und fremdsprachliche Kommunikationsfähigkeit weiter vertiefen und erweitern.

Wie und wann findet bilingualer Sachfachunterricht in Biologie statt?

Regulär findet in der Sekundarstufe I in der 5., 6., 7. und 9. Klasse Biologieunterricht statt. Der modulare bilinguale Sach-Fachunterricht beginnt in Biologie in der 7. Klasse und wird in der 9. Klasse fortgeführt. Konkret bedeutet dies, dass die Schüler des bilingualen Zweiges in diesen beiden Klassen verschiedene Themen in Form von bilingualen Unterrichtsmodulen erarbeiten. Zu betonen ist, dass es hier nicht um sprachliche Perfektion geht, sondern um die produktive Nutzung des Englischen als Kommunikationsmedium / Arbeitssprache. Zum Einsatz kommen dabei neben verschiedenen sprachlichen Unterstützungssystemen zur Erarbeitung und Festigung des nötigen Wortschatzes (Visualisierung, Lernsoftware, audiovisuelle Medien, puzzles, cartoons, etc.)  verschiedene motivierende Medien (englische Original-Lehrwerke; Lehrwerke für den bilingualen Biologieunterricht aus deutschen Verlagen; Modelle und Naturobjekte, bilinguale Computerprogramme usw.) kommunikationsorientierte Sozialformen und natürlich spannende typisch biologische Unterrichtsmethoden (z.B. Experimente, Unterrichtsgänge).

Worum geht es thematisch im bilingualen Biologie-Unterricht?

In der siebten Klasse werden gemäß der Richtlinien für die Sekundarstufe I unter anderem folgende Inhalte thematisiert:

Erkundung eines Ökosystems, der Treibhauseffekt, eine Reise durch die Erdgeschichte, den Fossilien auf der Spur, Signale senden, empfangen und erkennen, Krankheitserreger erkennen und abwehren. Ausgewählten Themen aus diesen Bereichen werden in Form bilingualer Module erarbeitet. Besonders hervorzuheben ist dabei ein bilinguales Erdkunde-Biologie-Projekt mit unserer Partnerschule in Hengelo. Im zweiten Halbjahr erkunden unsere Schüler gemeinsam mit ihren Partnern aus Hengelo unter Verwendung des Englischen als Arbeitssprache die Ökologie des grenzüberschreitenden Flusses Berkel und gewinnen dabei neben biologischen Eindrücken auch solche aus dem Leben der niederländischen Partner.    
In Klasse 9 folgen dann gemäß der Richtlinien für die Sekundarstufe I unter anderem die Themen hormonelle Regulation (Beispiel Blutzuckerregulation), Grundlagen der Vererbung, Sexualerziehung, Fortpflanzung und Entwicklung des Menschen, Organspende. Ebenso wie in Klasse 7 werden ausgewählte Inhalte bilingual erarbeitet, wobei aufgrund des bereits fortgeschritteneren Englischunterrichts nun auch komplexere Themen weitestgehend v.a. in englischer Sprache gut bewältigt werden können. Positive Erfahrungen dazu liegen bereits unter anderem zu folgenden Themen vor: Cracking the Genetic Code, Mendelian and Classical Genetics und Pregnancy and birth.

Fazit

Wir „bilingualen (deutsch-englischen) Biologen“ (Fr. Benninghaus und Fr. Keßler) sind überzeugt, dass das Englische im Fach Biologie keine zusätzliche Hürde darstellt. Im Gegenteil, es bereitet nicht nur Lernfreude, sondern bringt auch viele langfristige Vorteile für die Schüler mit sich, getreu dem Motto „getting two for the price of one“ (d.h. Sprach- und Fachkompetenz ohne besonderen Mehraufwand).

The River Berkel – A cross-border lifeline: Dt.-niederl. Europaprojekt in der Jgst. 7 in Kooperation mit dem Montessori College Hengelo

Ein Projekt mit dem Ziel, das bilinguale Lernen im naturwissenschaftlichen Bereich weiterzuentwickeln, ist bereits integraler Bestandteil der bilingualen Laufbahn und schon mehrfach erfolgreich durchgeführt worden. In Kooperation mit einer bilingualen Lerngruppe einer Schule in Hengelo (NL; Montessori College) wird die Wasserqualität der Berkel (ein dt.-niederländischer, grenzüberschreitender Fluss) aus biologischer Sicht vor Ort in Vreden unter Anleitung von Biologielehrern des GGV experimentell untersucht. In einem zweiten Schritt werten die aus deutschen und niederländischen Schülern bestehenden Schülergruppen die Ergebnisse aus und präsentieren diese. Arbeitssprache ist Englisch. Weiterer Bestandteil des zweitägigen Projektes ist ein Europaprojekt des Faches Erdkunde, das in Hengelo von den dortigen Kollegen vorbereitet und mit Schülern beider Schulen gemeinsam durchgeführt wird.

Das deutsch-niederländische Kooperationsprojekt schärft das europäische Profil des Gymnasiums Georgianum (vgl. homepage „Europaschule“)