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Woher kommt der Name?

Das Gymnasium Georgianum verdankt seine Existenz der Initiative Vredener Bürger, die ihren Söhnen und katho-lischen jungen Menschen im Grenzgebiet mit den protestan-tischen Niederlanden nach dem Dreißigjährigen Krieg und im Zuge der Gegenreformation eine Wiederbelebung des katholischen Glaubens verbunden mit einer humanistischen Bildung ermöglichen wollten.

1677 beauftragte der damalige Bischof von Münster, Christoph Bernhard von Galen, die Vredener Franziskaner mit der Gründung des Gymnasiums, welches den Namen der lange einzigen Pfarrei Vredens, St. Georg, erhalten sollte. Damit sollte verdeutlicht werden, dass das Gymnasium und die Pfarrei vom gleichen „Verlangen nach Tugend“ und vom gleichen „Glaubenseifer“ angetrieben sein sollten und dass das Gymnasium diesen Zielen durch die „Liebe zu den Wissenschaften“ und zu den „humanistischen Studien“ (Latein, Theologie, Philosophie, Rhetorik, …) dienen konnte. (zitiert nach der Gründungsurkunde)

Wer war der heilige Georg?

Der Name des heiligen Georg stammt aus dem Griechischen und bedeutet: Landmann. Historisch handelte es sich wahr-scheinlich um einen hohen römischen Offizier (280-303 n. Chr.), der wegen seiner Bekehrung zum Christentum unter Kaiser Diokletian als Märtyrer hingerichtet wurde. Er wird in vielen Ländern verehrt, z. B. in Deutschland, England, Malta, Georgien, Albanien, Äthiopien, Kosovo, Serbien, … Der Gedenktag des heiligen Georg ist der 23. April.

Es gibt viele Legenden, die um sein Leben und Wirken ranken. Von diesen ist die Legende von seinem mutigen und selbstlosen Eintreten für andere in Not als Drachentöter die am weitesten verbreitete. Diese war auch die Grundlage für dieses Wandbild, welches 1961 von dem deutschen Künstler Theo Linnemann. gemalt worden ist und als ein Willkom-mensgruß dienen soll für jeden, der in unsere Schule kommt:

Die Legende erzählt, dass der Ritter Georg einer Stadt im Kampf gegen einen Drachen half, der in einem See vor der Stadt hauste und die Einwohner mit seinem Gifthauch bedrohte. Jeden Tag mussten ihm zur Besänftigung Lämmer, später die Söhne und Töchter der Bewohner dieser Stadt geopfert werden. Als eines Tages sogar die Königstochter an der Reihe war - die als Sinnbild für die Kirche verstanden werden kann – und nach Herz zerreißendem  Abschied von den Eltern am See erschien, tauchte Georg auf, der schon viele verschiedene Martyrien erlitten und überlebt hatte. Mit dem Zeichen des Kreuzes schwang er seine Lanze und tötete den Drachen, woraufhin sich der König und sein Volk zu Christus bekehrten und sich taufen ließen, weil sie Georgs Tat als ein Zeichen Gottes deuteten. Diese Legende entstand im 11./12. Jahrhundert im Rahmen der Kreuzzüge.

Was kann uns der heilige Georg heute sagen?

Die Legende über die Tötung des Drachen durch Georg wird oft so gedeutet, dass er für einen Menschen steht, der das Böse, Zerstörerische und Zersetzende in sich angeht und überwindet und daraus den Mut und die Kraft schöpft, für andere einzustehen. Der heilige  Georg, der Namensgeber unseres Gymnasiums, kann somit für uns eine wichtige Leitfigur für Zivilcourage und Hilfsbereitschaft für andere sein. Der heilige Georg kann uns ermutigen, Verantwortung für unser eigenes Handeln und für das anderer zu übernehmen, indem wir uns engagiert und mutig gegen Ungerechtigkeit und für den christlichen Glauben einsetzen.

Wie entstand das heutige Georgianum?

Am 31.10.1677 erfolgte auf Bitten der Stadt Vreden und mit Unterstützung des Fürstbischofs von Münster durch Franziskaner-Observaten die Gründung  des Gymnasiums Georgianum. Die Schüler kamen aus dem Münsterland und den benachbarten Niederlanden. Mit der Einrichtung eines zweijährigen Philosophischen Kurses erhielt das Georgianum den Rang eines Hauptgymnasiums.

Nach der Zerstörung des Gymnasiums durch einen schweren Stadtbrand im Jahre 1811 wurde 1822 ein Progymnasium errichtet, welches dann – nach mehreren Krisen - 1879 als Rektoratsschule in kirchliche Trägerschaft gelangte und 1921 in eine Höhere Stadtschule für Jungen und Mädchen umgewandelt wurde. Nach der Zerstörung im 2. Weltkrieg konnte 1952 das heutige Schulgebäude bezogen werden. Das Progymnasium wurde 1965 zu einem Vollgymnasium ausgebaut, und es besuchen zurzeit mehr als 1030 Schülerinnen und Schüler das Gymnasium, die von 75 Lehrern/innen unterrichtet werden.

Seit dem 15. November 2010 ist unser Gymnasium, welches immer schon ein stark europäisch orientiertes Profil gehabt hat, offiziell „Europaschule“, eine Auszeichnung, die uns ehrt und anspornt.

Trotz dieser bewegten inzwischen 333-jährigen Geschichte, die viele Schulreformen und Rückschläge bewältigen musste, ist eine Größe unverändert geblieben: der Name der Schule, dessen Bedeutung das Leitbild des Gymnasiums im Kontext einer pluralistischen Gesellschaft und im europäischen Geist immer mitgeprägt hat und auch weiter mitprägen wird.