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In aller Kürze

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Hermann Wenning aus Legden las heute aus seinen Büchern „Versoffene Jugend“, „Lauf zurück ins Leben“  und aus seinem aktuellen Buch „Einbruch“ vor. Darüber hinaus erzählte er den SchülerInnen der Stufe 9 über seinen Weg in die Sucht und aus der Sucht, der mit seinen Teamkameraden beim Fußball anfing.
Im 8. Schuljahr hat seine Sucht-Karriere begonnen, als er mit seinen Freunden vom Fußball  das erste Mal Bier trank. Doch es blieb nicht beim Bier – aus dem Vorrat der Eltern hatte er Korn mitgebracht, trank an diesem Nachmittag alleine einen halben Liter und wachte später mit einem Schlauch im Mund und einem Tropf am Arm im Ahauser Krankenhaus wieder auf.

Ab da trank er regelmäßig, rutschte schnell in die Abhängigkeit und wurde zum „Quartalstrinker“, der mehrere Tage in Folge trank, dann aber wieder für einen längeren Zeitraum trocken blieb. Mit seinen Freunden, bei Familienfesten, bei der Landjugend und auf Schützenfesten – alles Gelegenheiten, die auch den heutigen Jugendlichen nicht unbekannt sind – trank er über die Maßen. „Die Kontrolle war weg“, beschrieb er sein Konsumverhalten. Wenn er erst angefangen habe zu trinken, habe es kein Ende mehr gegeben. Mit dem Gedanken „Das eine Bier macht doch nichts!“, trank er dann oft 20 Biere und dazu noch Korn oder auch Likör. Auch eine Verkehrskontrolle konnte ihn nicht stoppen, als er mit 1,6 Promille auf dem Mofa von der Polizei angehalten wurde und sich bei einem Sturz das Schlüsselbein brach. Auf Drängen seiner Familie gab er vor, zu den Anonymen Alkoholikern nach Ahaus zu fahren, verbrachte die Zeit aber an anderen Orten.
Mit Anfang 30 nahm er erstmals in einer Disco Ecstasy und war geflasht. Dass die Rauschwirkung mit jedem Konsum nachließ und so eine schnelle psychische Abhängigkeit die Folge war, die noch durch die körperliche Abhängigkeit begleitet wurde, kann er heute rückblickend beschreiben. Damals konsumierte er nur, nahm bald Speed, verlor den Job und seine Freundin. Die Drogen hätten ihn einsam gemacht und um die Einsamkeit auszuhalten, habe er mehr Drogen konsumiert – ein Teufelskreis, der ohne Unterbrechung bis zum Heroin führte.
Was dann folgte, hörte sich an wie ein Krimi, doch für Hermann Wenning war es bittere Realität: Einbruch, Verhaftung, Flucht, erneute Verhaftung, Bewährung, Therapie statt Strafe. Aus der Therapie-Einrichtung ging es direkt nach Hamburg, um das erste Mal Heroin zu spritzen, das er bis zu diesem Zeitpunkt „nur“ gesnieft hatte. Nach einer erneuten Verhaftung und einer Verurteilung zu 45 Monaten im Gefängnis konnte ihn eine  alte Leidenschaft zurück ins normale Leben holen. Er wollte wieder beim Legdener Volkslauf starten, den er in jüngeren Jahren dreimal gewonnen hatte. Also fing er an zu trainieren und startete seinen „Lauf zurück ins Leben“.
Seine Geschichte hat er in inzwischen drei Büchern verarbeitet, die er regelmäßig auch an unserer Schule in der Mittelstufe vorstellt. Denn eigentlich hat er eine ganz normale Kindheit und Jugend verbracht, wie sie auch unsere Schülerinnen und Schüler verleben. Da niemand in seiner Jugend beschließe mal abhängig zu werden, wolle er die Jugendlichen mit seiner Lebensgeschichte warnen und ihnen die Signale vor Augen führen, die er so lange nicht erkannt habe. Und so appelliert er heute, bevor man volljährig ist, die Finger von der Einstiegsdroge Alkohol zu lassen. Die 9.-KlässlerInnen zeigten sich betroffen und nachdenklich, denn die Situationen von Hermann Wennings Anfängen als Süchtiger kamen doch so einigen bekannt vor….





 
 
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